Famous in Love – Blitzlichtgewitter

Zufällig vorbeigefahren. Und noch einmal auf Spurensuche von Paige in Famous in Love - Blitzlichtgewitter. Roosevelt Hotel in Hollywood.

Eine Stunde später fahren Rayner und ich vor dem Roosevelt Hotel vor. Ich kauere mich in den Sitz, als wir scharf nach links in eine Seitenstraße abbiegen, um den Haupteingang, wo die Paparazzi lauern, zu umgehen. Wir werden in die Hoteltiefgarage gelotst und von zwei massigen Bodyguards durch eine Geheimtür in einem Bücherregal geführt, dann einen Gang mit alten Hollywood-Fotografien hinunter in ein großes Varieté. Rote Samtbänke, gedämpftes Licht von Kronleuchtern, riesige Leinwände und in der Mitte eine Bühne, auf der Frauen mit Affen tanzen. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, bringen die Kellnerinnen Flaschen an die Tische, indem sie scheinbar durch die Luft fliegen.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie ich auf dem Boden der Lobbytoilette gelandet bin. Es scheint alles so schnell passiert zu sein, aber vielleicht ist es auch schon Stunden her. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie ich auf dem Boden der Lobbytoilette gelandet bin.  Ich kauere in einer Kabine, die Knie an die Brust gezogen. Ich habe das wenige, was wir gegessen haben, erbrochen. Einen Cupcake? Ich weiß es nicht.
Ich hole mit zittrigen Fingern mein Telefon aus der Clutch. Es entgleitet mir und schlittert über den Boden der Toilettenkabine. Ich hole es zurück und starre auf das Display. Ich werde Rayner nicht anrufen. Ich weiß, ich sollte es tun; ich weiß, dass er kommen würde. Er würde mir wahrscheinlich nicht mal Vorwürfe machen. Zumindest nicht mehr in dieser Nacht. Er würde mich ins Bett bringen und mir sagen, dass alles gut wird. Aber ich bin noch nicht so weit, ihm wieder gegenüberzutreten. Und Alexis ist krank. Also scrolle ich zu J und lasse mein Telefon die einzige Nummer wählen, von der ich weiß, dass ich sie unbedingt meiden sollte.
Er nimmt beim ersten Klingeln ab.
»Wo bist du?«, fragt er. Nicht mal eine Begrüßung.
»In der Lobby des Roosevelt«, sage ich. »Auf der Toilette.« Ich schließe die Augen.
»Ich komme. Bleib, wo du bist.«
Er ist schnell da. Er klopft leise an die Kabinentür, hinter der ich zusammengekauert sitze und hoffe, dass mich niemand findet. »Paige?«, fragt er. »Ich bin’s.«
Ich komme heraus und halte mir den Kopf. Bevor ich ihn anzuschauen wage, höre ich ihn ausatmen. »Oh Mann«, sagt er. »Was ist passiert?«
Ich hebe langsam den Blick vom Boden. »Wir hatten Streit«, sage ich. Und dann: »Bring mich bitte einfach heim.«
Jordan blickt zur Tür. Ich spüre seine Nervosität. Ich habe mir keine Gedanken gemacht, wie wir hier herauskommen sollen. »Wir müssen durch die Lobby, um hinten rauszugehen«, sagt er. »Sie lauern draußen und wenn sie sehen …« Ich folge seinem Blick auf mein zerknittertes Kleid, die strähnigen Haare und das vermutlich verschmierte Make-up … Ich bin nicht nur betrunken – ich sehe auch betrunken aus. In unserer Welt ist das noch schlimmer.
»Zieh das über.« Er legt mir seinen Hoodie um die Schultern. Ich schiebe die Arme hinein und ziehe den Reißverschluss hoch.
Jordan stülpt mir die Kapuze über den Kopf. »Komm«, sagt er.

Er nimmt mich an der Hand und zieht mich durch die Tür. Als wir aus der Toilette kommen, schauen uns ein paar Leute an, aber ich halte den Kopf gesenkt. Ich glaube nicht, dass sie uns erkennen. Jordan legt seinen Arm um mich und wir schaffen es nach draußen. Ich lehne mich erst mal an die Tür des Nebeneingangs und atme tief aus. Alles dreht sich. Ich habe das Gefühl, ohnmächtig zu werden oder mich übergeben zu müssen. Vielleicht beides. Jordan wendet sich zu mir und fasst mich an den Hüften. Ich spüre den Druck seiner Finger. Er drückt mich gegen die Tür, um mich aufrecht zu halten. »Tief einatmen«, sagt er mir ins Ohr. »Der Wagen kommt gleich.«
Ich halte mich mit den Händen an seinen Schultern fest. Ich spüre die Muskeln – hart und angespannt, wie Knoten in einem Seil. Meine Hände fangen an, sie zu streicheln.
»Paige …«, sagt Jordan. Seine Stimme ist zittrig, rau, aber sie enthält eine Warnung.
Der Wagen wird vorgefahren und Jordan hilft mir beim Einsteigen. Es ist sein Pick-up. »Zieh den Kopf ein«, weist er mich an, bevor er die Tür zuschlägt. »Nur bis wir hier weg sind.«
Als wir am Haupteingang vorbeifahren, höre ich die Paparazzi Jordans Namen rufen. Ich sehe die Blitzlichter – weit weg und aus großem Abstand. Ich bleibe unten, geduckt zwischen Sitz und Handschuhfach. Mein Kopf liegt auf meinen Knien.

 

 

Los Angeles, 05.02.2017

Football

Häufig fester Bestandteil amerikanischer - oder in diesem Fall kanadischer - Jugendbücher: Sport.

Ich gebe es ehrlich zu: Nicht meine Lieblingsrecherche. Aber Übersetzen bedeutet eben Weltwissen. Dieses Mal nähere ich mich der Welt des Football an. Zum Glück gibt es neben dem Internet kompetente und hilfsbereite Kollegen, die man fragen kann!

 

Berlin, 19.08.2016

Milk Bar

The milk bar is an Australian invention. A Greek migrant named Joachim Tavlaridis opened the first in 1932. At that time a lot of Greek migrants were moving to America, as well as Australia, and Joachim visited family in Chicago and saw they were opening shops called soda parlors. So he came back to Sydney with a similar idea, but instead of soda he'd sell milkshakes. At Sydney's Martin Place he opened the first milk bar called the Black and White 4d Milk Bar. And it was a huge hit. So other Greek immigrants copied the idea and within about five years there were thousands around Australia and New Zealand.

Over the years, corner stores and milk bars became the same thing, as they were the go-to business for migrants. So all the Greek and Italian migrants bought the corner stores from the Irish and English immigrants from the previous generation, but started selling all this exotic food from back home. This is why in SA and WA they're called delis.

Quelle: Eamon Donnelly.

 

Berlin, 07.06.2016