Düstere Perspektiven

Laut Umfrage des Übersetzerverbands VdÜ wurden Normseitenhonorare für Literaturübersetzungen 2017/2018 im Schnitt mit 18,72 Euro vergütet. Damit seien die Honorare erneut gesunken.

Das hat die anonyme Honorarumfrage unter den Mitgliedern des Verbands ergeben. Demnachhaben Übersetzerinnen und Übersetzer pro Seite 13 Cent weniger als in 2016 verdient und 3,39 Euro weniger als im Jahr 2001. Alle Angaben sind inflationsbereinigt.

Laut VdÜ erwirtschaften Übersetzerinnen und Übersetzer (der Großteil sind Frauen) im Schnitt einem Jahresgewinn von 19.000 Euro. Laut VdÜ sind das nur 55 Prozent des bundesdeutschen Durchschnittseinkommens. Mit einer Rentenerwartung von durchschnittlich unter 700 Euro seien ÜbersetzerInnen dann auch im Alter akut armutsgefährdet.

Besonders düster sieht es im Bereich Kinder- und Jugendbuch aus.

Mehr Infos: Honorarumfrage Buch 2017/18.

Berlin, 16.09.2019

Schlussfolgerungen

Gerhard Henschel hört sich für die SZ im Prekariat um. Irritierend: Im Artikel ist von einem 57-jährigen freien Übersetzer die Rede, dessen "Frau in ihrem Normalarbeitsverhältnis (voll und fest) mehr verdiene als er. So sei er nicht mehr gezwungen, jeden "Drecksauftrag" anzunehmen".

Wieso lautet die Schlussfolgerung, dass die Übersetzerin einen Scheich heiraten muss?!?

 

Berlin, 23.01.2017